18:00 Uhr Öffnung des Herzog Filmtheaters mit Bewirtung im Filmcafe
19:00 Uhr Filmbeginn
Von und mit Buster Keaton
Stummfilm mit Stimme / 1926 / 94 Min. / FSK 12
Vor 100 Jahren wurde dieser Stummfilm von und mit Buster Keaton gedreht. Der einzige Leinwand-Lyriker im deutschsprachigen Raum wird den Film live auf der Bühne akustisch erlebbar machen. Mit seinem 16 mm-Filmprojektor präsentiert Ralph Turnheim im historischen „Herzog Filmtheater“ ein Schmankerl der Filmkunst.
Ein Südstaateneisenbahner ist seinen zwei Lieben, einem Mädchen und einer Lokomotive, so zugetan, dass er ihnen zuliebe die feindlichen Linien durchbricht und einen Großangriff der Nordstaaten zum Scheitern bringt. Höchstmögliche Authentizität, perfekte Plotkonstruktion, unnachahmliche Gags sowie eine faszinierend ökonomische und wirkungsvolle Regie vereinen sich hier zu einem zeitlosen Meisterwerk, dessen damaliger Misserfolg nichtsdestoweniger zum Auslöser für Keatons Niedergang wurde. – Sehenswert
Quelle: www.filmdienst.de
Der General (Originaltitel The General) ist eine 1926 gedrehte Stummfilm-Komödie von und mit Buster Keaton. Der Film spielt zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges und basiert auf dem historisch verbürgten Andrews-Überfall vom 12. April 1862. Der Lokomotivführer Johnnie Gray nimmt einsam die Verfolgung seiner von nordstaatlichen Spionen entführten Lokomotive General auf. Mit Hartnäckigkeit und Erfindungsreichtum gelingt es ihm, sowohl seine Maschine als auch die Gunst seines geliebten Mädchens Annabelle Lee zurückzuerobern.
Das Werk entstand am Höhepunkt von Keatons Ruhm und gilt als eine der teuersten Komödien der Stummfilmära. Der Misserfolg der Produktion bei Publikum und Kritikern brachte das Ende von Keatons künstlerischer Unabhängigkeit. Als Ende der 1950er Jahre seine mittlerweile vergessenen Stummfilme wiederentdeckt wurden, stand The General im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Seither zählt der Film innerhalb der Rezeption aufgrund seiner stringenten Dramaturgie und ambitionierten Bildgestaltung zu den bedeutendsten Komödien der Filmgeschichte.
Quelle: www.wikipedia.de
Diese Komödie ist Legende.
Der General steht für Buster Keatons Untergang. Und für dessen fulminante Wiederentdeckung. Bei seiner US-Premiere im Jahr 1927 waren Publikum und Kritiker enttäuscht bis entsetzt. Was sollte das für eine Komödie sein? Ist ein Bürgerkrieg etwa lustig? Der teuerste Film Keatons floppte phänomenal.
Ein Viertel Jahrhundert später sah die Öffenlichkeit mit anderen Augen auf das Werk. Statt Geschmacklosigkeiten fanden Zuschauer und Kritiker Finesse auf allen Ebenen: Story, Komik, Ausstattung, Film- und Kameratechnik vereinen sich auf höchstem Niveau zu Keatons Meisterwerk. Die "epische Komödie" (Walter Kerr) gilt heute als einer der besten Filme seiner Ära.
Dieses Komödien-Monument zu vertonen zählte auch für den Leinwand-Lyriker Ralph Turnheim zu den epischsten Aufgaben. Handelt es sich doch nicht nur um den berühmtesten, sondern auch den längsten Film des "stillsten aller Stummfilmkomiker". Jeder Moment scheint kostbar und erhält mit der Stimme des Kinoerzählers eine neue Dynamik.
Quelle: www.leinwand-lyrik.de
Mit Witz, Ironie und Leidenschaft verschaffte er Buster Keaton ... Gehör und unterstrich die skurrilen Szenen der Filmkomödie auf humorvolle und charmante Weise. Dass der Wortakrobat sichtlich Spaß an seiner Live-Vertonung hatte, ließ er das Publikum in jeder Szene seines Vortrags spüren.
Die Glocke, 01.11.2021, Quelle: www.leinwand-Lyrik.de
Wann hat man sonst Gelegenheit, so kulturell wertvolle Filme, begleitet von witzig gereimten Texten, zu sehen? ... Die literarisch anspruchsvollen Verse, mit denen der begnadete Schauspieler das Geschehen auf der Leinwand begleitete, waren nicht nur mit Witz und Humor gereimt, sondern akribisch auf jede Szene, auf jede Geste, jeden Charakter abgestimmt. Das setzt viel technisches Können, aber auch Vorstellungskraft voraus. … Als Zuschauer hatte man das Gefühl, die Dialoge der Handelnden auf der Leinwand zu verfolgen, man vergaß völlig, dass nebenan ein einzelner Mensch am Mikrofon stand. Sogar Geräusche ahmte der Wortakrobat nach: Knallte oder krachte es irgendwo, fiel irgendetwas um, erzeugte er mit den Lippen den passenden Laut dazu, pfiff, schnarchte und schmatzte, was das Zeug hielt. Atemberaubend, wie er die hinreißend gefilmte Verfolgungsjagd … schilderte. … Die Art, wie Ralph Turnheim immer wieder direkt mit dem Publikum kommunizierte … sorgte zudem für viel Heiterkeit.
Schwetzinger Zeitung, 26.06.2022, Quelle: www.leinwand-Lyrik.de
Weitere Pressestimmen siehe Film Black Pirate Poetry
Fotos: © Ralph Turnheim, Elisabeth Dworschak, Clemens Molinari, Quelle: www.leinwand-lyrik.de bzw. www.wikipedia.de